Elsa-Brändström-Schule Bonn

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Situation der Schulen in Deutschland katastrophal. Viele Schulgebäude waren teilweise oder ganz zerstört, in die wenigen die noch benutzbar waren, drängten sich die Schüler.

Viele neue Gebäude wurden gebaut, unter anderem das, in dem wir jetzt sind, um die Schüler unterzubringen. Es entstand gleichzeitig mit der HICOG Siedlung, die von den Amerikanern für die Angestellten des High Commissioners of Germany gebaut wurde. Trotz der Geldknappheit entstanden innerhalb kürzester Zeit zahlreiche qualitativ hochstehende Neubauten. Der pädagogische Fortschritt der 50 er Jahre sollte sich auch in der Architektur der Gebäude widerspiegeln. Helle Klassen, transparente Treppenhäuser, die viel Licht einlassen.

So entstand in unserem Gebäude das gläserne Treppenhaus. Von außen lässt sich ein Blick auf das Hin- und Herlaufen der Schüler werfen, und diese sehen, was draußen passiert. Kindgerechtes Lernen sollte durch eine überschaubare, nicht erdrückende Architektur unterstützt werden.

Schulrat Niffka konnte am 29.10.1958 im Generalanzeiger berichten, dass sich die Raumlage der Volksschulen gegenüber 1955 stark verbessert habe. Die Durchschnittszahl von 67,8 Schülern pro Klassenraum sei auf 56,3 Schüler gesunken.

Am 18. März 1961 gab es in zwei Bonner Tageszeitungen die amtliche Bekanntmachung, dass geplant sei, eine evangelische Volksschule in Tannenbusch zu errichten. Alle Erziehungsberechtigten könnten ihre evangelischen Kinder  anmelden. Vorausgegangen waren erhebliche Auseinandersetzungen über die Notwendigkeit einer evangelischen Volksschule zwischen der Elternschaft und dem Rat der Stadt Bonn. Da sofort 182 Kinder für 7 Klassen angemeldet wurden, konnte die Schule zum 1.4.1962 „errichtet“ werden. Damals war der erste Schultag immer der erste Tag nach den Osterferien.

Das neue Schulgebäude, das in der Schlesienstraße lag ( Heute Berthold Brecht Gesamtschule), wurde zusammen mit der Carl- Schurz Schule bezogen. Die Carl – Schurz Schule hatte somit zwei Standorte, die Hohe Straße und die Schlesienstraße, was wiederum zu wütenden Protesten der Eltern führte.

Unsere evangelische Schule bekam am offiziellen Einweihungstag, den 20.6.62 den Namen Elsa- Brändström Schule, den der Heimkehrerverband vorgeschlagen hatte. Botschaftsrat Granberg sprach als Vertreter der schwedischen Botschaft seine Freude darüber aus, dass eine bekannte Schwedin, die stets um das Schicksal der deutschen Kinder besorgt gewesen war, einer Bonner Schule ihren Namen geben durfte.

Mit der Schulleitung wurde Frau Ilse Körner beauftragt, die bis dahin Konrektorin an der Carl Schurz Schule gewesen war. Sie wurde ein Jahr später zur Rektorin ernannt.

1968 zog die Elsa in das Gebäude in der Hohen Straße um. In diesem Jahr wurden die Klassen 5 bis 10 in eigenständige Hauptschulen zusammengefasst und die Grundschulen mit den Klassen 1 bis 4 entstanden. Die in der Hohen Straße ansässige Carl Schurz Schule bekam ein neues Gebäude im Chemnitzer Weg, was am Einzugstag bereits zu klein war.

1971 drohte die Schließung der Elsa, da es zu wenig Anmeldungen für das erste Schuljahr gab. Frau Ibbeken, die zweite Schulleiterin der Elsa führte das darauf zurück, dass es in den zwei Schuljahren zuvor jeweils nur drei Lehrerinnen für vier Klassen gegeben hatte. Sie selbst betreute die Klassen 1 und 2 mit insgesamt 67 Schülern, es fiel Unterricht aus und das Gerücht ging um, die Schule würde sowieso geschlossen.

Daraufhin startete die Schulpflegschaft eine Flugblattaktion, um Eltern aufzufordern, ihre Kinder an der Elsa einzuschulen, auch wenn sie nicht evangelisch seien.

Darüber war die benachbarte katholische Grundschule natürlich nicht erfreut und reagierte empört. Es wirkte jedoch und die Schülerzahlen stiegen wieder.

Die Montessori Schule in Dottendorf hatte in den 80 er Jahren zu viele Anmeldungen und so wurden zwei weitere Schulen, die bereit waren, die pädagogischen Prinzipien der Maria Montessori umzusetzen mit dem entsprechenden Material ausgestattet. Zum 1.8.1983 waren die ersten Klassenräume eingerichtet und die Freiarbeit konnte beginnen.

Im Schuljahr 1985/ 1986 wurden die ersten jahrgangsübergreifenden Klassen eingerichtet und im Schuljahr 1993/94 wurden die ersten Kinder im Gemeinsamen Unterricht aufgenommen.

Im Jahr  1998/99 wurden die ersten Container für die Übermittagsbetreuung der Elsa und Paulusschule aufgestellt. Im Sommer 2003 wurden beide Schulen als ein OGS Standort im Bonner Norden gewählt und im Sommer 2005 weitere Container aufgestellt, so dass insgesamt 6 Gruppen Platz bekamen.

Die Schülerschaft unserer Schule hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nun werden fast 200 Schülerinnen und Schüler aus 22 Nationen unterrichtet. Das Kollegium arbeitet intensiv daran, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und die Schule pädagogisch darauf auszurichten.