Elsa-Brändström-Schule Bonn

 

Pädagogisches Konzept

Im Schuljahr 2013 / 2014 hat sich das Erzieher- Team der Elsa-Brändström-Schule intensiv mit der Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes beschäftigt. Dabei sind wir von den Erkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie nach Piaget und Havighurst ausgegangen und haben für unsere Einrichtung Schwerpunkte festgelegt, die unsere pädagogische Arbeit begründen.

Unsere OGS ist ein Lebens- und Lernort, an dem die Kinder bei der Erfüllung ihrer Entwicklungsaufgaben begleitet werden.

Wir konzentrieren uns in unserer Arbeit auf folgende Entwicklungsbereiche:

 

a) Ich-Gefühl

Die wichtigste Grundlage einer positiven individuellen Entwicklung ist, sich selbst zu kennen und wertzuschätzen. Dazu ist es notwendig, eigene Gefühle zu erkennen und äußern zu können. Kinder, die gelernt haben, mit schwierigen Situationen und den daraus entstehenden Gefühlen umzugehen, fühlen sich gestärkt. Dies zeigt, dass sie Lösungsstrategien nicht nur erworben haben, sondern sie auch anwenden können.

In unserer pädagogischen Arbeit unterstützen wir die Kinder dabei, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und anzunehmen.

Wir unterstützen die Kinder im Aufbau eines guten Selbstwertgefühls. 

Wir erlernen mit den Kindern, wie sie sich selbst helfen können (Hilfe zur Selbsthilfe).

Wir als Erwachsene sorgen dafür, dass die OGS ein Ort des Vertrauens, der Sicherheit und Verlässlichkeit ist.

 

b) Wir-Gefühl

In unserem Alltag gibt es viele Aktivitäten, die das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe stärken und den Kindern den Aspekt der Teamfähigkeit näher bringen. Wir führen verschiedene Bildungs- und Freizeit-Projekte im Laufe der Grundschulzeit durch, die auch zur  Stärkung des Wir-Gefühls beitragen.

Für ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl ist es wichtig, dass die Kinder sich in die Gemeinschaft einbringen und Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen.

Zum Wir-Gefühl gehören neben dem persönlichen Einsatz jedes Kindes auch die Interaktionen mit anderen Kindern.  Zur Förderung eines positiven Umgangs miteinander ist uns wichtig, dass die Kinder die Grundlagen gewaltfreier Kommunikation lernen (Giraffensprache)  und lernen, mit Lob und Kritik umzugehen.

Für das Leben in einer Gemeinschaft ist für uns eine Fähigkeit grundlegend, die die Kinder vor allem in den Kindergarten- und Grundschuljahren erlernen: das Mitgefühl mit anderen. Wenn sich ein Kind empathisch gegenüber anderen verhält, d.h. deren Gefühle, Beweggründe und Absichten wahrnimmt und respektiert, kann es stabile Bindungen zu anderen aufbauen und fühlt sich sozial gefestigt. Vor allem im Grundschulalter, wenn Kinder die ersten qualitativen Freundschaften schließen, ist diese Fähigkeit besonders wichtig.

 

c) Kooperationsfähigkeit

Unsere Kinder müssen in allen Lebenslagen - ob zuhause, in der Schule, mit Freunden oder Erwachsenen -  die Fähigkeit besitzen, mit anderen zusammen zu arbeiten, sich auszutauschen und zu verständigen, Kompromisse zu finden und andere anzuerkennen. Dazu bedarf es zunächst kommunikativer Kompetenzen, die einen Dialog mit anderen erst ermöglichen und die in der Schule und OGS eingeübt werden.

Zur Kooperationsfähigkeit gehört auch, dass die Kinder lernen, andere so zu akzeptieren wie sie sind. Erst wenn man respektvoll mit anderen  umgehen kann, entstehen stabile Beziehungen untereinander, auf die die Kinder im Alltag aufbauen können.

Die Kinder lernen mit zunehmendem Alter, zunächst Verantwortung für das eigene Handeln und später auch Verantwortung für andere zu übernehmen, z.B. durch die Fähigkeit, Dinge zu teilen, selbst Ideen einzubringen, aber auch auf andere Vorschläge einzugehen und mal zurückstecken zu können.

Ein besonders geeignetes Übungsfeld für die Kooperationsfähigkeit sind Spiele. Die Kinder lernen in Spielen, dass es Regeln gibt, dass diese eingehalten werden müssen und dass eine echte Kooperation nur dann funktioniert, wenn alle die Regeln kennen und akzeptieren.

Wenn Menschen miteinander kooperieren sollen, ist eine wichtige Voraussetzung, dass sie sich gegenseitig wertschätzen und dass es eine Form von Gleichberechtigung untereinander gibt. Im Alltag bedeutet dies, dass kein Kind bevorzugt wird und alle das gleiche Mitspracherecht haben.

 

d) Körper, Geist und Seele

Diese Entwicklungsaufgabe umfasst alle Aspekte, die mit der psychischen und physischen Gesundheit der Kinder zu tun haben.  Dazu gehört zunächst die gesunde Balance zwischen Bewegung und Entspannung. In unserer Einrichtung wird dies z.B. in der Einrichtung der Räume berücksichtige und ebenso durch besondere Angebote, die es neben dem „normalen“ Gruppenalltag noch gibt (z.B. Zirkus, Fußball für Kleine, Fußball für Große, Rollerfahren)

„Das tut mir gut“ heißt ein weiteres Ziel unserer pädagogischen Arbeit. Wir verstehen darunter die Kompetenz der Kinder zu erfahren  und zu wissen, was ihnen gut tut und ein Empfinden dafür zu entwickeln, wann es ihnen nicht so gut geht und was sie dann brauchen. Diese Kompetenz ist im Hinblick auf die oft stressigen und verplanten Tage der Kinder sehr wichtig und wird den Kindern auch im späteren Leben eine große Hilfe sein.

Für uns ist wichtig, dass die Kinder ihren Körper und seine Funktionen kennenlernen. Wenn sie ein Verständnis dafür entwickeln, wie ihr Körper funktioniert und was er braucht, sind sie auch besser in der Lage, gut für sich zu sorgen.

Auch die Körperhygiene und die Erziehung zu Sauberkeit sind ein wichtiger Aspekt zum Thema „Körper, Geist und Seele“. Wir erleben, dass viele Kinder überfordert sind mit dem richtigen Verhalten auf der Toilette, Essmanieren und mit grundlegenden hygienischen Voraussetzungen. Deshalb arbeiten wir von Anfang an an diesen Punkten.

 

e) Lebenspraktische Fähigkeiten

Dieser Bereich beinhaltet Fähigkeiten, die Kinder lernen sollten, um ihren Alltag und ihr tägliches Leben gut bewältigen zu können. Wenn sie über Wissen verfügen und dieses Wissen gleichzeitig auch anwenden können, lernen sie selbstständig und selbstbestimmt durch das Leben zu gehen.

Jedes Kind hat Talente und bekommt in unserer OGS die Gelegenheit, verschiedene kreative Dinge auszuprobieren.

Jedes Kind ist ein Teil seiner Umwelt und sollte die Grundregeln einer umweltbewussten und verantwortungsvollen Lebensweise kennen.

Uns ist es wichtig, dass die Kinder sich in ihrem Leben zurechtfinden. Dazu gehört eine räumliche Orientierung, aber auch der tägliche Umgang mit Geld und mit Medien. Diesen Bereich haben wir Erkunden der Lebenswelt genannt.

Wir möchten die Kinder in der Grundschulzeit auf ihr weiteres Leben vorbereiten und ihnen helfen, sich in ihrem zukünftigen Leben zurecht zu finden. Dazu gehört, dass sie wissen, wie sie für sich selbst sorgen und sich selbst helfen können (z.B. einkaufen, spülen, waschen, kochen, Umgang mit Werkzeug etc.)